Löst Gentechnik die Ernährungsprobleme der Welt?

Immer wieder wird von den Gentechnik-Konzernen das Argument angeführt, dass gentechnisch veränderte Pflanzen notwendig sind, um die Ernährung der steigenden Weltbevölkerung zu sichern. Gentechnik ist genauso wenig die Lösung des Welthungerproblems, wie es Pestizide und Dünger waren. Selbst die FAO vertritt die Meinung, dass Gentechnik in der Landwirtschaft nicht notwendig ist, um die Ernährung der Weltbevölkerung zu sichern. Hunger ist eine Folge von politischen und sozialen Zuständen, nicht zuletzt ungerechter Landverteilung, Verschuldung und Produktion für den Export.

Während in nachhaltigen Landwirtschaftssystemen vor allem mit lokalen Ressourcen gearbeitet wird, eine Vielfalt von angepassten Sorten eingesetzt und Saatgut selbst aufgehoben oder getauscht wird, führt die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft zu einer steigenden Abhängigkeit der Bauern. Die Gentechnik könnte die Situation noch verschärfen, aufgrund der zunehmenden Monopolisierung des Saatgutsektors und der Tatsache, dass die Konzerne den Bauern ihr Recht verweigern, Saatgut zu behalten, zu tauschen und wiederauszusäen.

Im Jahr 1998 haben UN Delegierte aus 24 afrikanischen Staaten sowie zahlreiche Entwicklungshilfe, Umwelt- und Bauernorganisationen gegen die Werbekampagnen eines Gentechnikkonzerns protestiert, in der die Gentechnik als Rettung für die 'Dritte Welt' dargestellt wurde. In ihrer Stellungnahme wiesen sie darauf hin, dass sie nicht glauben, dass Gentechnik die Probleme der Armen und Hungrigen beseitigen, sondern Vielfalt, lokales Wissen und nachhaltige Landwirtschaft zerstören wird.   zurück