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Wieviele Tier- und Pflanzenarten es insgesamt auf unserer Erde gibt, kann niemand mit Gewissheit sagen. Weltweit sind derzeit etwa 1,75 Millionen Arten beschrieben. Dies sind vermutlich nur 14 Prozent der gesamten Artenzahl der Erde, die man auf etwa 13,6 Millionen Arten schätzt (1). Die Arten sind jedoch nicht gleichmässig über die Erde verteilt, sondern es gibt Regionen, in denen die Artenzahl weit höher ist als im Durchschnitt. Im allgemeinen nimmt die Artenvielfalt von den Tropen zu den Polen hin ab. So beherbergen die tropischen Regenwälder auf nur sieben Prozent der Erdoberfläche über die Hälfte der Arten unseres Planeten. Aber auch innerhalb der gleichen Klimazone gibt es große Unterschiede im Artenreichtum. Die nördlichen Anden und der Indonesische Archipel sind die artenreichsten Gebiete der Erde (1) . Im Februar 2000 wurde eine Liste mit weltweit 25 Gebieten veröffentlicht, die sich durch eine extrem hohe Vielfalt an Pflanzen auszeichnen, und dem entsprechend als "Biodiverstitäs-Hotspots" bezeichnet werden. Die biologische Vielfalt ist von hohem Wert aus ökologischen, genetischen, sozialen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, erzieherischen, kulturellen und nicht zuletzt ästhetischen Gründen. Viele Güter und Dienstleistungen hängen direkt von biologischen Ressourcen und deren Vielfalt ab, wie beispielsweise Nahrungsmittel, Kleidung, Medikamente, Baustoffe. Der Rohstoff "Biodiversität" wird als lebensnotwendige Quelle für die Pharmazeutik und Agrarindustrie angesehen: In den USA stammen die Wirkstoffe von 25 Prozent aller rezeptpflichtigen Medikamente aus höheren Pflanzen und ihr Gesamtwert für das Jahr 1990 wurde auf 15,5 Mrd. $ geschätzt. Deutschland gilt als größter Importeur von Heilpflanzen und Extrakten in Europa. Nach dem heutigen Wissensstand sind von den weltweit etwa 300.000 Pflanzenarten 10.000 bis 50.000 essbar, aber derzeit werden nur knapp 200 Arten für die menschliche Ernährung genutzt und drei Arten (Reis, Mais, Weizen) liefern heute 60 Prozent der Kalorieren für alle Menschen. Längst ist klar, dass es nicht mehr nur Natur- und Umweltschützer angeht, wenn die Vielfalt des Lebens, die Biodiversität, schwindet. Auch die Existenz des Menschen, unser Fortbestand hängt davon ab, ob wir es schaffen, diese Vielfalt langfristig zu erhalten. (1) "Welt im Wandel: Erhaltung und nachahaltige Nutzung der Biosphäre", Jahresgutachten des Wissenschalltichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderung WBGU 1999
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