| Geschichte
der Nutzpflanzen in Deutschland
Als aus anderen
Ländern neue Getreide- und Gemüsearten nach Deutschland gelangten,
wurden sie von BäuerInnen weiter gezüchtet und an die neuen Umweltbedingungen
(Boden und Klima) angepasst. Dadurch haben sich immer wieder die Essgewohnheiten
in deutschen Küchen verändert.
Bandkeramik
Eine der ältesten
Nahrungspflanzen der Menschheit sind Linsen und Erbsen. Heutige
Erbsenformen leiten sich von Wildformen aus dem östlichen Mittelmeerraum
und dem Vorderen Orient ab. Sie kamen bereits in der ältesten Ackerbaukultur,
während der Epoche der Bandkeramik, nach Mitteleuropa. Zusammen mit
Linsen, Emmer, Einkorn und Gerste bildeten sie die Nahrungsgrundlage
in Deutschland. Aus den Wilderbsen hatten sich bereits Kulturerbsen herausgebildet.
Bis etwa ins 15. Jahrhundert kennt man nur die Verwendung als Trockenerbse
(Palerbse), erst dann schätzt man sie auch als frisches Gemüse.
Bronzezeit
Während der
Bronzezeit sind die Ackerbohne (Ursprung: Afghanistan und das südliche
Mittelasien) und der Dinkel hinzugekommen. Die Ackerbohne (Vicia
faba L.) wurde zwar in ganz Europa, in Ägypten und im Vorderen Orient
angebaut. In Deutschland hatte ihr Anbau von etwa Christi Geburt an nur
in den See- und Flussmarschen größere Bedeutung. In vorgeschichtlicher
Zeit gab es zunächst nur die kleinkörnige Form (var. minor),
die großkörnige Form wie die Dicke Bohne (var. major) kam erst
im Mittelalter auf.
Eisenzeit
und römische Kaiserzeit
Als Grundnahrungsmittel
kommen Roggen, Hirse und Hafer in der vorrömischen Eisenzeit
auf. Erst in der Römischen Kaiserzeit gelangen weitere Gemüsearten
nach Germanien. Im römisch besetzten Teil wird erstmals Gartenmelde
(Atriplex hortensis), römischer Sauerampfer (Schildampfer)
und Schnittsellerie angebaut und genutzt.

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