Was ist RICANCIE?

RICANCIE (Red Indìgena de Comunidades del Alto Napo para la Convivencia Intercultural y Ecoturismo) ist ein Netzwerk, das aus zehn indigenen Quichua-Gemeinden besteht (ca. 200 Familien, bzw. 2000 Quichua profitieren davon). Diese Gemeinden sind am oberen Napo im ecuadorianischen Amazonasgebiet angesiedelt.

1993 schlossen sich einige Quichua - Gemeinden im Amazonastiefland zu einem indigenen Netzwerk zusammen, um mittels gemeinschaftlichem Ökotourismus eine alternative Einkommensquelle zur Verbesserung ihres Lebensstandards zu generieren. Die Einnahmen ermöglichen eine breitere wirtschaftliche Entwicklung der Region bei gleichzeitig schonender Nutzung der Natur und dem Erhalt ihrer Kultur.

Logo von RICANCIE
Das Logo von RICANCIE wird aus drei heiligen Symbolen gebildet: der Federkrone des Schamanen, dem Auge der Weisheit und dem Schlüssel des Wissens.

Die von allen zehn beteiligten Gemeinden getragene Philosophie, die RICANCIE zu seinem Erfolg verhalf, ist der Gemeinschaftsgedanke, der sich wie ein roter Faden durch die Entwicklung des Projektes zieht. Angefangen mit dem gemeinsamen unentgeltlichen Errichten der touristischen Infrastruktur über den Fond in jeder Gemeinde, in den die Einnahmen durch den Tourismus fließen, werden alle Entscheidungen an der Basis getroffen, d. h. die Entwicklung wird von allen Beteiligten der Gemeinden getragen und mitbestimmt.

Seit 1999 unterstützen lokale und internationale NGOs das Projekt, in Form von technischem Know-how und Infrastruktur, als auch mit Ausbildungskursen für Administration, Reiseführer, KöchInnen usw.. RICANCIE will die 100% finanzielle Unabhängigkeit und Selbstverwaltung des Projekts durch die Quichua erreichen. Ein Ziel, das den über Jahrhunderte als minderwertig betrachteten Quichua hilft, sich ein Stück ihres zum Teil verlorenen Selbstbewusstsein zurückzugewinnen.

Die Koordinierungsstelle von RICANCIE ist heute in Tena. Sie kümmert sich um Koordination, Verkauf, Vermarktung und soziale Angelegenheiten wie z. B. Schutz vor weiter eindringenden Erdöl- und Goldgesellschaften kümmert. Dort agiert ein "Board of Directors", das in der Generalversammlung bestehend aus jeweils zwei Mitgliedern (Männer und Frauen) der beteiligten Dörfern, für drei Jahre gewählt wird.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten von RICANCIE: http://ricancie.nativeweb.org/

Ein paar Bildeindrücke aus den Dörfern am Amazonasgebiet finden Sie hier.