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Hintergrund zur Entstehung von RICANCIE Die Quichua am oberen Napo Fluß lebten hauptsächlich von Subsistenzwirtschaft. Durch die Siedler wurden sie immer weiter ins weniger fruchtbare Landesinnere gedrängt. Um zu überleben waren sie gezwungen weite Flächen zu roden und cash crops anzubauen. Da die Zwischenhändler am Markt die Preise kontrollierten war auch diese Einnahmequelle nicht ausreichend. Zur gleichen Zeit entwickelte sich der Oriente für Erdöl- , Gold-, Holzgesellschaften und Touristen zu einer attraktiven Gegend. Für die Quichua allerdings stellten dies eine weitere Gefährdung ihrer Existenz dar. Als die Zahl der Nicht - Quichua - Führer, die mit Touristen in die Dörfer kamen, um ihnen die Kultur der Quichua zu zeigen ohne dafür zu bezahlen, immer größer wurde, begann die Gemeinde Capirona umzudenken. "Tourism is bad, but it's only bad if it is not managed for ourselves - when the benefits go to the outside guides', erklärte Tarquino Tapui . Die Idee des Ökotourismus fasste bei den Bewohnern von Capirona Fuß! Sie errichteten außerhalb des Dorfes eine touristische Infrastruktur, um unerwünschten zu intensiven Kontakt mit Touristen vermeiden zu können. Sie frischten ihr Wissen über alte Tänze, Musik und Legenden auf und stellten ein attraktives Kulturangebot zusammen. Um den Touristen ihre Lebensweise nahe bringen zu können, integrierten sie auch deren aktive Mitarbeit in das Programmangebot. Als sie nach 2-3 Geduldsjahren ohne Touristen merkten, dass ihre Idee Früchte trug, wirkte Capirona als Multiplikator und überzeugte auch andere Gemeinden, dass Ökotourismus durchaus eine attraktive und umweltschonende Einkommensquelle sein kann, wenn er gut geplant und organisiert wird. So entwickelte sich RICANCIE aus dem Ökotourismusprojekt in Capirona zu einem indigenen Netzwerk, das sich über die Tourismusentwicklung hinaus für die Rechte und sozialen Belange der Indígenas, für einen höheren Lebensstandard, für den Erhalt ihrer Natur und Kultur einsetzt und durch die kleinen Erfolge das Selbstbewusstsein der Quichua stärken kann. Heute profitieren ca. 200 Familien bzw. 2000 Quichua vom Tourismus.
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