Touristisches Angebot von RICANCIE

Jährlich besuchen um die 800 Touristen die Gemeinden. Sie wollen am täglichen Leben der Quichua teilnehmen und die Natur genießen und finden dort Natürlichkeit und Eigentümlichkeit vor. Mit wertvollen Erlebnissen und Eindrücken bereichert, kehren sie in ihren Alltag zurück.

Touristen haben die Möglichkeit, sich ihre eigene Route aus verschiedenen Touren mit jeweils unterschiedlichen Attraktionen zusammenzustellen. Das Repertoire ist breit gefasst und reicht von abenteuerlichen Wanderungen über das Mithelfen auf dem Feld, dem Gold waschen im Fluss bis zur medizinischen Behandlung durch einen Schamanen.

Bezahlt wird ein Gesamtpaket, das alle Kosten von Transport, Kost und Logis bis zur Unterhaltung beinhaltet. 25 % werden in der Koordinierungsstelle für Verwaltung, Vermarktung, Ausbildung und Infrastruktur einbehalten und 75 % bleiben den Gemeinden. Die Preise sind je nach Größe der Gruppe und Dauer des Aufenthaltes variabel. Kontaktieren Sie einfach die MitarbeiterInnen von RICANCIE: ricancie@ecuanex.net.ec

Manche Touristen mögen sich fragen, wieso gemeindebasierter Ökotourismus verhältnismäßig teuer ist, obwohl man sich dabei für eine umweltschonendere Art des Urlaubs, für das Kennenlernen der Leute vor Ort und ihrer Kultur entscheidet, und dafür sogar auf Annehmlichkeiten und Luxus verzichtet?

Begründund der Kosten

§ ...weil kein kapitalistischer Konkurrenzkampf zwischen einzelnen Reiseveranstaltern und Hotelbesitzern stattfindet, denn alle Beteiligte sind gemeinsam "Hotelbesitzer und Reiseveranstalter". Das erwirtschaftete Geld kommt in den jeweiligen Gemeinden in einen Gemeinschaftsfond, über dessen Verwendungszweck in Versammlungen abgestimmt wird. Damit alle profitieren, wird das Geld für soziale, medizinische, technische Projekte im Dorf investiert, Kredite und Stipendien werden vergeben und ein Teil für Notsituationen beiseite gelegt.

§ ...weil keine Exklusivrechte an externe Reiseveranstalter vergeben werden, um zu verhindern, dass die Entwicklung des Projekts in fremde Hände gerät. RICANCIE kooperiert mit Reiseveranstaltern, die an das eigene Unternehmen hohe ethische Kriterien stellen und in eine solidarische Beziehung mit den Quichua und ihrer Wirtschaftsweise treten.

§ ...weil es keine ausgebeuteten ArbeiterInnen gibt, die für fast nichts arbeiten um sich das tägliche Überleben leisten zu können. Jeder der will, kann aktiv mitarbeiten und wird für seine Leistung angemessenen bezahlt; so gibt es Reiseführer, KöchInnen, Verantwortliche für die touristische Infrastruktur, die Kanus, die Musiker für den Kulturabend, etc. Die Verantwortlichkeiten wechseln in einem Rotationssystem, um zu vermeiden, dass Einzelne viel Geld anhäufen und andere leer ausgehen.

§ ...weil Qualität teurer ist als Quantität. Es haben noch keine High-Tech-Geräte Einzug gehalten, die viele Arbeitskräfte überflüssig werden lassen. Für die Konstruktion eines Einbaumbootes für mindestens 20 Leute braucht es ca. 15 Personen die sich eine Woche lang, tief im Urwald, nur dem Bau dieses Bootes widmen. Die Räumlichkeiten für Touristen werden auf traditionelle Weise errichtet: die Wände aus Bambus und das Dach aus Palmblättern. Während solcher Gemeinschaftsarbeiten ist weniger bis gar keine Zeit für Feldarbeit, Hausarbeit usw. Die liegengebliebene Arbeit muss entweder von anderen Familienmitgliedern übernommen oder später erledigt werden.