Indigene Völker

Das Volk der Shuar lebt im Grenzgebiet zwischen Südecuador und Peru. Berühmt wurden sie durch den Brauch, ihren Feinden den Kopf abzuschlagen und zu einem Schrumpfkopf, der “tsantsa”, zu verarbeiten. Als einziges Volk der Welt haben sich die Shuar erfolgreich gegen die europäische Eroberung ihres Gebietes durchgesetzt. NCI und INKA planen im Rahmen des Schulgartenprojektes mit Shuar-Gemeinden zusammenzuarbeiten.

Die Shuar gehören zur Sprachgruppe der Jívaro.  Zunächst bewohnten sie die Region Macas in Ecuador. Durch äußere Einflüsse getrieben, zogen sie in südlichere Gebiete bis nach Peru. Heute leben die Shuar im südöstlichen Teil Ecuadors zwischen den Flüssen Pastaza und Marañon, östlich der Stadt Cuenca. Diese Region zieht sich entlang der östlichen Hänge der Anden. Sie ist durch die steinige Andenregion im Westen und durch die reißenden und kaum schiffbaren Flüsse im Tiefland schwer zugänglich. Das Tiefland ist von tropischem Regenwald bedeckt, das zur Region Oriente gehört.  zurück

Revolte gegen die Spanier
Das schwer zu erreichende Gebiet, aber auch der eigenwillige Charakter der Shuar sind Gründe, warum sie lange Zeit vor äußeren Einflüssen verschont blieben. Auf der Suche nach Gold drangen im 16. Jahrhundert Spanier in das Gebiet der Shuar ein. Sie errichteten kleine Orte und ihre afrikanischen Sklaven suchten in den Minen nach Gold. Als die Spanier jedoch versuchten auch die Shuar zur Arbeit heranzuziehen, tolerierten diese ihre ungebetenen Gäste nicht länger in ihrem Territorium. Im Jahre 1599 führten sie eine Revolte gegen die Eindringlinge durch, bei der sie 25.000 Spanier samt Sklaven aus ihrem Territorium vertrieben oder töteten. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wagten sich erneut Abenteurer in das Gebiet der Shuar. Sie hatten es hauptsächlich auf Chinin  abgesehen, das aus der Rinde des Chinarindenbaumes gewonnen wird.  zurück

Auch das Volk der Saraguro drang tiefer in das fruchtbare Land der Shuar ein. Anfangs akzeptierten die Shuar die Fremden und freuten sich über einen regen Handel. Sie erhielten Eisen-  sowie Stahl-Werkzeuge und Waffen. Die Besiedlung kontrollierten sie, indem sie den Eindringlingen Siedlungsgebiete außerhalb ihrer Wohngebiete zuwiesen. Mit der Zeit kamen immer mehr Siedler und die Shuar verloren die Kontrolle über einige Gebiete. Die Situation spitzte sich zu als Franziskaner-Mönche eine Mission und den Ort San José de Yacuambi gründeten. Nachdem die Franziskaner Shuar-Kinder zwangen in ein Internat nach Yacuambi zu gehen, zogen sich die Shuar in abgelegenere Gegenden des Yacuambi Tals zurück. zurück

Lebensgewohnheiten
Die Shuar - Familien leben unabhängig vom Stammesverband. Jede Familie bewohnt ihr eigenes Land und versorgt sich eigenständig. Der typische Haushalt einer Shuar-Familie besteht aus dem “Hausherren” mit seinen zwei Frauen und einigen Kindern. Die Shuar leben von Landwirtschaft, Jagd, Fischerei und dem Sammeln von Insekten, Früchten und Pflanzen. Heute werden auch Rinder gehalten, die zum festen Bestandteil der Ernährung geworden sind. zurück

Schamanen und Schrumpfköpfe
In vielen Shuar-Gärten werden Medizinalpflanzen angebaut, darunter auch halluzinogene Pflanzen. Für die zahlreichen Schamanen spielen pflanzliche Rauschmittel eine wichtige Rolle. Es gibt zwei Kategorien von Schamanen: Einmal die “pener uwishin” (übersetzt: derjenige, der alle Geheimnisse kennt), Medizinmänner, die mit Hilfe von Heilpflanzen und spirituellen Kräften Kranke heilen. Dann gibt es die “wawek”, die mit ihrer “bösen Zauberkraft” jemandem Schaden zufügen können. Während des Heilungs- oder Verzauberungprozesses trinken die Schamanen einen halluzinogenen Tee, “natam” genannt, der sie in eine übernatürliche Welt führen soll. 

Die Praxis des Schrumpfens von Feindesköpfen bedeutete für die Shuar weit mehr, als Kriegstrophäen zu besitzen. Die geschrumpften Köpfe stehen für Macht, Ansehen und Schutz vor Rache der Ahnen. Heute ist das Schrumpfen von Menschenköpfen bei den Shuar nicht mehr gängig, es ist gesetzlich verboten. Einige Trophäen der Vergangenheit können in Museen Ecuadors betrachtet werden. zurück

Die „Shuar-Federation“
In den 60er Jahren begannen sich die Shuar mit Unterstützung der salesianischen Missionare zu organisieren. Anlass hierfür war eine Agrar-reform und die Aufforderung der damaligen Regierung Ecuadors das Amazonasgebiet zu besiedeln. Die Öl- und Bergbauindustrie sowie die Rodung von Regenwaldgebieten für die Landwirtschaft hatte verheerende ökologische Folgen. So wurde 1964 die “Shuar Federation”  gegründet, die erste einflussreiche, ethnische Organisation in Ecuador, die ein Modell für andere indigene Völker Ecuadors wurde. Ziel ist der Schutz ihres Landes gegen die Interessen von anderen Siedlern, der Bergbauindustrie und der Regierung sowie der Erhalt ihrer eigenen Kultur. Heute gehören den Shuar rund 80 Prozentes ihres angestammten Landes. Sie verfügen über eigene Printmedien und ein 
Radioprogramm. zurück